Jungen spielen Fußball auf einem Fußbaldfeld

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26. September 2019
Was tun bei einem Zahnunfall?

Etwa die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen hat vor dem 16. Lebensjahr einen Zahnunfall. Schnell ist es beim Herumtoben in Kindergarten, Schule oder Freizeit passiert. Auch zahlreiche Sportarten erhöhen das Risiko für einen Zahnunfall. Betroffen sind nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene. Beim Sport oder durch einen Unfall können Zähne abbrechen oder beschädigt werden.

Schnell handeln – Zahn erhalten

Ein Zahnunfall kann zu ganz unterschiedlichen Verletzungen führen. Wer nur unkomplizierte Risse im Zahnschmelz davonträgt, hat Glück gehabt. Schwerwiegendere Verletzungen von abgebrochenen bis hin zu ausgeschlagenen Zähnen sind nicht selten. „Werden Zahnunfälle nicht sofort kompetent behandelt, können insbesondere schwer verletzte Zähne häufig nicht erhalten werden“, erläutert Prof. Dr. Andreas Filippi, Universitäres Zentrum für Zahnmedizin Basel UZB, Schweiz. „Die lebenslangen Folgekosten nach einem schweren Zahnunfall im Kindesalter können enorm hoch werden.“ Unschön zudem: Meist sind bei einem Zahnunfall die gut sichtbaren oberen Schneidezähne betroffen.

Zahnrettungsbox – auf die Lagerung kommt es an

Häufig kann der Zahnarzt einen ausgeschlagenen bleibenden Zahn in den Kiefer zurückpflanzen oder ein abgebrochenes Stück wieder anbringen. Entscheidend ist, das Richtige zu tun: Den ausgeschlagenen Zahn sofort suchen und möglichst schnell in eine Zahnrettungsbox legen. Zahnrettungsboxen erhalten Sie in der Regel in jeder Apotheke. Haben Sie die Box für den Fall der Fälle beim Sport oder riskanten Aktivitäten immer in Reichweite.

Sollte es zum Unfall kommen, ist es wichtig, den ausgeschlagenen Zahn nicht an der Wurzel anzufassen.Reinigen Sie den Zahn auch nicht selbst, da es dadurch zu irreparablen Schäden kommen könnte. Die Zahnrettungsbox enthält ein spezielles Nährmedium. Darin können die empfindlichen Zellen der Zahnwurzelhaut bis zu 48 Stunden überleben. Legen Sie den Zahn umgehend nach dem Unfall in die Box uns suchen sofort einen Zahnarzt oder eine Notfallambulanz auf.

Ist keine Rettungsbox vorhanden, können auch kalte H-Milch, Frischhaltefolie oder eine Kochsalzlösung aus der Apotheke den Zelltod hinauszögern. Dies jedoch nur für eine halbe bis zu zwei Stunden. Ist nur ein Stück vom Zahn abgebrochen: suchen, in Wasser legen und mit zum Zahnarzt bringen.

Auf der sicheren Seite – mit Zahnschutz

Damit es erst gar nicht so weit kommt, ist ein Zahnschutz empfehlenswert. Er beugt Verletzungen von Zähnen, Mund und Kiefern durch einen Sportunfall vor. Er sollte bei allen Sportarten mit Körperkontakt, Sturzgefahr oder Benutzung von Sportgeräten getragen werden. Den besten Schutz im Vergleich zu Standard-Zahnschutz aus dem Sportgeschäft bietet eine für den Sportler individuell hergestellte Kunststoffschiene aus dem zahntechnischen Labor. Gerne informieren wir Sie über die Möglichkeiten von Zahnschutz beim Sport.

Checkliste: So verhalten Sie sich bei einem Zahnunfall richtig

  • Ausgeschlagene Zähne oder Zahnsteile sofort suchen
  • Nur die Zahnkrone, nicht die Zahnwurzel anfassen
  • Ist der Zahn verschmutzt, nicht reinigen oder desinfizieren
  • Den Zahn sofort in eine Zahnrettungsbox legen
  • Ein Standortverzeichnis finden Sie hier
  • Ist keine Zahnrettungsbox vorhanden, das nächstbeste Medium verwenden. Geeignet dafür sind folgende Mittel:
    1. Zellnährmedium (Zahnrettungsbox)
    2. H-Milch (gekühlt)
    3. Frischhaltefolie
    4. Kochsalzlösung (Apotheke)
    5. Nicht geeignet sind: Wasser, Speichel, feuchtes Taschentuch, Mund, Trockenlagerung
  • So schnell wie möglich in eine Zahnrettungsbox umlagern
  • Umgehend eine Zahnklinik oder eine Zahnarztpraxis aufsuchen
  • Zahnunfall der Krankenversicherung melden

Quelle: prodente

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