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Frau Schmerzen Parodontitis

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21. August 2020
Wann ist eine Parodontitis-Behandlung notwendig?

Volkskrankheit „Parodontose“

Parodontitis, umgangssprachlich meist „Parodontose“ genannt, bezeichnet die Erkrankung des Zahnhalteapparates. Durch die übermäßige Besiedelung von Bakterien in der Mundhöhle kann eine Zahnfleischentzündung entstehen, die dann zur Entzündung des Zahnhalteapparates führen kann. Die Krankheitserreger und Entzündungsreaktionen des Körpers greifen Zahnfleisch und Knochen an. Unbehandelt führt die Erkrankung zu Knochenabbau und Zahnverlust. 80% der deutschen Bevölkerung leidet an einer Parodontitis, 10 Millionen Menschen sogar an schwerer.

Symptome wie Zahnfleischbluten, geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischrückgang, starker Mundgeruch, Zahnschmerzen, sich verändernde Zahnstellungen oder gar Lockerungen der Zähne sind immer ein Warnsignal und sollten dem Zahnarzt mitgeteilt werden.

Risikofaktoren für eine Parodontitis

  • Mangelnde Mundhygiene
    Auslöser sind bakterielle Zahnbeläge. Entstehen diese durch eine gute Mundhygiene erst gar nicht, minimiert man das Risiko einer Parodontitis-Erkrankung erheblich.
  • Rauchen
    Raucher haben ein etwa 3-fach erhöhtes Parodontitis-Risiko. Da die Durchblutung des Zahnfleisches geringer ist, wird das erste Warnzeichen – Zahnfleischbluten – oft nicht wahrgenommen und die Erkrankung schreitet unbemerkt fort.
  • Allgemeinerkrankungen
    Einige Krankheiten wie z.B. Diabetes mellitus können sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken.
  • Genetische Veranlagung
    Wissenschaftler entdeckten einen Zusammenhang zwischen einer Veränderung an den Leukin-1-Genen und dem schnelleren Fortschreiten der Entzündung.
  • Schwangerschaft
    Parodontitis erhöht bei Schwangeren das Risiko für eine Frühgeburt. Die während der Schwangerschaft entwickelten Hormone bewirken lockeres Gewebe. Bakterien haben somit ein leichteres Spiel, sich in den Zahnfleischtaschen auszubreiten. Allerdings kann man bei Betroffenen schnell Abhilfe geschaffen werden. Zum Beispiel durch professionelle Zahnreinigung und gegebenenfalls eine unterstützende Mundspüllösung.
  • Ansteckung
    Parodontitis ist eine Infektionskrankheit und demnach ansteckend. Die entsprechenden Bakterien können über gemeinsam benutztes Besteck oder Geschirr, sowie durch Küssen übertragen werden. Aber auch eine Übertragung durch Aerosole (feine Tröpfchen) ist möglich. Im Prinzip hat fast jeder Keime im Mund. Diese werden nur dann gefährlich, wenn ein Ungleichgewicht zugunsten der für die Parodontitis verantwortlichen Keime entsteht.
  • Stress
    Stress wirkt sich auf den ganzen Körper negativ aus. So auch auf das Immunsystem, welches als Folge nicht mehr stark genug auf die Krankheitserreger reagiert.
  • Falsche Ernährung
    Eine unausgewogene Ernährung kann die Infektion beschleunigen, da die Immunabwehr nicht ausreichend mit Vitaminen versorgt ist. Zucker fördert das Bakterienwachstum im Mund enorm.
  • Bestimmte Medikamente
    Einige Medikamente wie Blutdrucksenker oder Mittel zu Unterdrückung des Immunsystems können Parodontitis begünstigen.

Parodontitis nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die Erkrankung des Zahnhalteapparates kann sowohl im frühen als auch im fortgeschrittenen Stadium leicht therapiert werden. Wie bei jeder Erkrankung gilt dennoch: je früher behandelt wird, desto besser.
Denn im schlimmsten Fall besteht sogar eine Gefahr für die Allgemeingesundheit. Bakterien können in den Blutkreislauf gelangen und an anderen Körperstellen, beispielsweise am Herzen, Schaden anrichten.

Diagnose und Therapie

Bei jedem Prophylaxe-Besuch untersuchen wir das Zahnfleisch auf Parodontitis. Patienten die regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung kommen, können Parodontitis beim Auftreten eliminieren.
Spätestens, wenn Sie Zahnschmerzen, Zahnfleischbluten oder eine Zahnfleischentzündung wahrnehmen, sollten Sie einen Termin in unserer Zahnarztpraxis vereinbaren.

Mittels sogenanntem „Parodontose-Screening-Index“ kontrollieren wir den Zustand des Zahnfleisches und dokumentiert ihn sorgfältig. So können wir Veränderungen in Folgeuntersuchungen sofort erkennen und entsprechend reagieren. Die Behandlung richtet sich nach der Ausprägung der Entzündung. Je nach Bedarf sind regelmäßige Untersuchungen und Prophylaxe notwendig.

In der Hygienephase entfernt unser zahnärztliches Team sämtliche Beläge oberhalb des Zahnfleisches und gibt dem Patienten Unterweisungen für die optimale Zahnpflege zuhause.

Darauf folgt die Parodontal-Behandlung. Unter örtlicher Betäubung werden dem Patienten alle Beläge an den freiliegenden Wurzeloberflächen innerhalb der Zahnfleischtaschen entfernt. Nach einigen Wochen wird der Erfolg der Behandlung kontrolliert. Sollten die Maßnahmen nicht ausreichend sein, erfolgt ein chirurgischer Eingriff.

Nachbehandlung
Patienten, bei denen eine Entzündung des Zahnhalteapparates festgestellt wurde, müssen sich ihr Leben lang der sogenannten unterstützenden Parodontitis-Behandlung beim Zahnarzt unterziehen. Die zeitlichen Abstände der Termine richten sich nach der Ausprägung der Erkrankung und weiteren individuellen Risikofaktoren.
Der Erfolg der Behandlung hängt unter anderem vom Patienten zu Hause ab. Ohne dessen mithilfe bezüglich der eigenen Mundhygiene zu Hause, ist eine Therapie nicht oder nur eingeschränkt möglich. Mehr zur häuslichen Prophylaxe können Sie hier nachlesen. 

Fazit

Gute Zahnpflege und regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt sind die besten Voraussetzungen für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch. Wird eine Erkrankung des Zahnhalteapparates festgestellt, so kann sie mit guter Zusammenarbeit zwischen Ihnen als Patient und uns als Praxisteam schnell und ohne große Eingriffe gestoppt werden.

Wir sind für Sie da

Haben Sie Fragen zum Thema Parodontitis? Gerne beantworten wir diese in der Praxis Dr. Biedermann. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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