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16. Oktober 2020
Bruxismus: Ursachen, Folgen und Lösungen

Bruxismus ist der Fachbegriff für Zähneknirschen und Kieferpressen. Beim Zähneknirschen reiben Betroffene die Zähne des Ober-und Unterkiefers gegeneinander und erzeugen auf diese Weise ein mehr oder weniger lautes Geräusch. Im Vergleich hierzu verursacht das reine Aufeinanderpressen der Zähne keine Geräusche, ist aber mindestens genauso schädlich. Internationalen Studien zufolge, knirschen oder pressen ca. 20% der Menschen regelmäßig mit den Zähnen. Jeder Zweite hat zumindest Phasen im Leben in denen er vom Bruxismus betroffen ist. Auch Babys und Kinder bleiben nicht verschont. Am häufigsten tritt dies nachts auf (nokturner Bruxismus). Der Wachbruxismus ist seltener. Auslöser für das starke Aufeinanderbeißen bzw. Reiben der Zähne ist meistens Stress.

Ursachen des Zähneknirschens und Pressens

Die häufigste Ursache ist Stress. Termindruck, ungelöste Probleme und chronischer Zeitmangel belasten die Psyche, die sich über den Bruxismus Entlastung sucht. Dabei kann ein Kaudruck von bis zu 480 kg pro Quadratzentimeter entstehen, das entspricht dem Zehnfachen des normalen Kaudrucks! Ob eine genetische Vorbelastung dazu führt, ist noch nicht abschließend geklärt, wird aber vermutet.

Symptome und Anzeichen für Bruxismus

Vor allem der nokturne Bruxismus wird von den Betroffenen oft nicht direkt bemerkt. Für Wachbruxismus ist das Knirschgeräusch das auffälligste Anzeichen, gefolgt von Spannungsgefühl in den Kaumuskeln.

Weitere mögliche Hinweise:

  • Schmerzende Kaumuskulatur
  • Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Probleme beim Öffnen/Schließen des Kiefers
  • Kiefergelenksschmerzen
  • abgeschliffener Zahnschmelz

Ernstzunehmende Folgen für den Körper

Meistens entstehen Schäden an den Zähnen. Aufgrund des ständigen Pressens und Reiben, kann es zu Schmelzabrieb und Zahnschmerzen kommen. Der hohe Kaudruck kann zu Schäden am Zahnhalteapparat führen, im schlimmsten Fall sogar zu einer Lockerung der Zähne. Auch Schmelzrisse, Schmelzsabsprünge und Schäden am Zahnhals lassen sich beobachten. Das Anspannen der Kaumuskulatur kann zu einer übermäßigen Entwicklung der Muskulatur (Hypertrophie) führen, sowie zu schmerzhaften Verspannungen. Diese Schmerzen strahlen in einigen Fällen weiter aus und werden in Form von Kopf- oder Nackenschmerzen wahrgenommen. Treten neben den Schmerzen auch noch Einschränkungen der Kieferbewegungen auf, spricht man von der craniomandibulären Dysfunktion (CMD). Sie äußert sich als Einschränkung beim Öffnen des Mundes. Auch Kiefergelenk-Knacken kann ein Hinweis sein.

Was hilft gegen den Bruxismus?

Die Therapie sollte sich immer nach der Ursache des Problems richten. Das heißt Patienten, welche unter Stress leiden, sollten versuchen die Gründe dafür herauszufinden und gegenzusteuern. Bei muskulären Verspannungen können Entspannungsübungen und Physiotherapie hilfreich sein. Zur Überbrückung von akuten Schmerzen dürfen Schmerzmittel eingenommen werden, jedoch nur kurzzeitig. Bei Schmerzen im Mund- und Kieferbereich sollten Sie grundsätzlich unsere Zahnarztpraxis aufsuchen.

Der Zahnarzt kann verschiedene Aufbissschienen verordnen. Miniplastschienen sind dünne Plastikschienen, die eher für die schnelle Hilfe bei starkem Aufbissschmerz oder gegen die Abnutzung im Wechselgebiss bei Kindern eignen. Bei chronischem Bruxismus oder akuten Kiefergelenksbeschwerden wird die Schiene in einem anderen Verfahren aus härterem Material hergestellt, damit sie dem hohen Kaudruck standhält. Die Oberfläche wird auf die Bewegungen des Unterkiefers angepasst, so dass sich dieser ohne Hindernisse bewegen kann und somit Wirkung auf die Muskulatur hat, die durch den Bruxismus zu sehr belastet ist.

Fazit:

Viele Menschen knirschen und/oder pressen – die meisten nachts, einige auch tagsüber. Sehr oft bemerken die Patienten es nicht selbst, weil sie entweder keine Symptome haben oder die Symptome anderen Krankheitsbildern zuordnen. Darum ist es sehr wichtig, dass Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung kommen und ihre Beschwerden mitteilen. WIR können Bruxismus bereits in einem frühen Stadium diagnostizieren und entsprechende Maßnahmen zum Schutz Ihrer Zähne und der allgemeinen Gesundheit einleiten.

Wir sind für Sie da

Haben Sie Fragen zum Thema Bruxismus? Gerne beantworten wir diese in der Praxis Dr. Biedermann. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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9. Oktober 2020
Die Weisheitszähne – Antworten auf 6 wichtige Fragen

Weisheitszähne sind die letzten Zähne, die beim Erwachsenen durchbrechen. Von der Gebissmitte aus gezählt, sind es die achten Zähne. Nicht alle Menschen haben sie und diejenigen die sie haben, klagen häufig über Beschwerden. Das liegt daran, dass sie Überbleibsel aus der Vergangenheit sind, als die Kiefer der Menschen größer und die Ernährungsgewohnheiten andere waren.

1. Hat jeder Mensch vier Weisheitszähne?

Normalerweise sind in jedem Kiefer vier dritte Molaren (große Backenzähne) angelegt. Doch nicht bei jedem Menschen brechen sie in die Mundhöhle durch: Bei etwa 80% aller jungen Erwachsenen, verbleibt mindestens ein Weisheitszahn im Kiefer, oder bricht nur teilweise durch. Bei manchen sind sie gar nicht angelegt. Ab und zu gibt es auch Personen mit mehr als vier Weisheitszähnen. Diese Weisheitszähne sind selten voll ausgebildet und meist sehr klein.

2. Wann brechen Weisheitszähne im Normalfall durch?

Meistens brechen sie zwischen dem 18. und dem 25. Lebensjahr durch. In Ausnahmefälle ist ein früherer oder späterer Durchbruch möglich. Ob sie angelegt sind und wie das Wachstum voraussichtlich aussehen wird, kann der Zahnarzt anhand einer Röntgenaufnahme feststellen.

3. Woher weiß man ob die eigenen dritten Backenzähne durchbrechen?

Genau vorhersagen lässt es sich nicht. Der Zahnarzt kann auf dem Röntgenbild erkennen, ob ein Weisheitszahn angelegt ist und ob dieser ausreichend Platz im Kiefer hätte. Sind diese Voraussetzungen gegeben, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Zahn wachsen wird. Wenn jedoch die Platzverhältnisse im Kiefer sehr ungünstig sind, oder der Weisheitszahn schief angelegt ist, kann es sein, dass er nicht durchbricht.

4. Warum verursachen Weisheitszähne häufig Schmerzen?

Ab und zu verursacht auch der Durchbruch der dritten Backenzähne Schmerzen. Es kann zu Schwellungen und Rötungen am Zahnfleisch kommen, zu Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Öffnen des Mundes. Es ist in jedem Fall empfehlenswert den Zahnarzt aufzusuchen, sobald Sie bemerken, dass Zahnschmerzen auftreten, ein Druckgefühl entsteht oder die Mundöffnung vermindert ist.

5. Müssen Weisheitszähne immer gezogen werden?

Früher wurden sie häufiger entfernt als heute. Wenn der Kiefer ausreichend Platz bietet und ein normales Zahnwachstum zu erwarten ist, spricht nichts für eine Entfernung des Weisheitszahnes. Wenn die dritten Molaren zwar da sind, aber nicht durchbrechen und keine Probleme bereiten, ist eine Operation ebenfalls meist nicht nötig. Sollte eine Operation nötig sein, so findet der Eingriff ambulant in örtlicher Betäubung oder in Kurznarkose statt.

6. Gibt es bei der Pflege der Weisheitszähne etwas zu beachten?

Wenn sich der Zahn noch im Durchbruch befindet und zum Teil mit Zahnfleisch bedeckt ist, benötigt er spezielle Aufmerksamkeit und Pflege. Es ist wichtig, dass der Zahn sorgfältig von Speiseresten und Belägen befreit wird, damit sich keine Entzündung entwickelt. Die normale Zahnbürste ist oft zu groß, um alle Stellen im hintersten Bereich des Mundes zu erfassen. Probieren Sie es stattdessen mit einer kleineren oder abgewinkelten Zahnbürste. Auch der Bürstenkopf der meisten elektrischen Zahnbürsten ist kleiner als derjenige gewöhnlicher Handzahnbürsten. Eine Mundspülung zum Abschluss ist ebenfalls empfehlenswert.
Die Pflege der dritten Backenzähne erfolgt im Rahmen der normalen Mundhygiene. Allerdings benötigen sie besondere Aufmerksamkeit, um beim Putzen „ganz hinten“ nicht vernachlässigt zu werden.

Fazit:

Die dritten Backenzähne fügen sich in vielen Fällen problemlos in den Kiefer ein und vervollständigen das Gebiss. Unter normalen Voraussetzungen sind keine Beschwerden zu erwarten, außer geringe Schmerzen beim Durchbruch. Bei guter Pflege können sie ein Leben lang erhalten bleiben. Kommt es doch einmal zu Zahnschmerzen oder sonstigen Beschwerden, melden Sie sich bitte in Ihrer Zahnarztpraxis.

Wir sind für Sie da

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5. Oktober 2020
Parodontitis frühzeitig erkennen – 5 Warnsignale

Im Volksmund auch Parodontose genannt, handelt es sich bei einer Parodontitis um die Entzündung des Zahnhalteapparates. Dieser Prozess kann so weit fortschreiten, dass er unbehandelt zu Zahnverlust führt. Außerdem besteht die Gefahr, dass andere Körperregionen wie Herz, Gelenke und Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden. Bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus werden ebenfalls mit ihr in Verbindung gebracht.
Da sich die Krankheit im nicht sichtbaren Bereich des Mundes unterhalb des Zahnfleisches abspielt, ist die regelmäßige Vorsorgeuntersuchung in unserer Zahnarztpraxis sehr wichtig!

Die fünf häufigsten Warnsignale

1. Zahnfleischbluten

Zahnfleischbluten stellt sich meistens aufgrund einer Entzündung des Zahnfleisches ein. Schädliche Bakterien haben sich angesiedelt und greifen das Gewebe an. Schreitet dieser Prozess fort, bilden sich Zahnfleischtaschen, in denen sich die Bakterien ungehemmt vermehren und weiteren Schaden anrichten können. Diese Zahnfleischentzündung geht auf Zahnwurzel und Zahnhalteapparat über, bis hin zum Kieferknochen. Es treten vermehrt Zahnschmerzen auf. Am Ende wird der Zahn locker und fällt aus.

2. Empfindliche Zähne

Da sich das angegriffene Zahnfleisch immer weiter zurückbildet, werden die empfindlichen Zahnhälse freigelegt. Sie reagieren vermehrt auf Temperaturunterschiede, der Patient bekommt Zahnschmerzen.

3. Unangenehmer Mundgeruch

Mundgeruch kann ein Hinweis auf eine gestörte Mundflora sein, das bedeutet, die Besiedelung von guten und schlechten Bakterien im Mundraum ist ins Ungleichgewicht geraten. Bei einer Parodontitis vermehren sich die Bakterien unterhalb des Zahnfleisches, so dass Sie auch mit guter Mundhygiene keine vollständige Beseitigung erreichen. Nur der Zahnarzt kann in so einem Fall wirksam die Zahnfleischtaschen reinigen und den unangenehmen Mundgeruch beseitigen.

4. Zurückgehendes Zahnfleisch

Bakterien nisten sich unterhalb des Zahnfleisches ein, dadurch kommt es zu einer Entzündungsreaktion. Die Schleimhaut wird immer weiter angegriffen, verändert die Farbe von blassrosa zu dunkelrot oder lila und bildet sich im Lauf der Zeit zurück.

5. Lockere Zähne

Aufgrund der zunehmenden Zerstörung des Zahnhalteapparats und des Knochens durch die bakterielle Entzündung verlieren die Zähne ihren Halt. Anfangs wackeln sie nur minimal, im Endstadium der Erkrankung fallen sie aus.

Wichtig:

  • Eine beginnende bis mittelschwere Parodontitis ist allein durch das „Ansehen“ des Zahnfleischs für einen Laien kaum erkennbar. Richtig erkennen kann sie in diesen Stadien nur ein Fachmann, in diesem Fall Ihr Zahnarzt mit Hilfe einer speziellen Sonde, die im Rahmen der Prophylaxe zum Einsatz kommt.
  • Nach einer gründlichen Untersuchung erstellt er einen Papillen-Blutungs-Index (PBI). Mit ihm wird der Schweregrad der Erkrankung ermittelt und in der Patientenakte dokumentiert.

Fazit:

Parodontitis ist eine weitverbreitete Krankheit, die unbehandelt zum Zahnverlust führen kann. Damit es allerdings gar nicht so weit kommt, können Sie einiges zur Vorbeugung tun. Am Anfang bemerkt man nur milde Beschwerden, welche hin und wieder auftreten, was diese Erkrankung so tückisch macht. Ebenso wichtig wie eine gute Mundhygiene, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt. Wir überprüfen bei jeder Kontrolle Ihr gesamtes Zahnfleisch auf Parodontitis. Nur ein Zahnarzt kann eine gesicherte Diagnose erstellen und helfen die Krankheit zu besiegen beziehungsweise den Verlauf zu stoppen. Bemerken Sie eines der fünf häufigsten Warnsignale, vereinbaren Sie bitte umgehend einen Termin in unserer Zahnarztpraxis!

Wir sind für Sie da

Haben Sie Fragen zu Parodontitis oder allgemein zum Thema Zahnerkrankung? Gerne beantworten wir diese in der Praxis Dr. Biedermann. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

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